Ressourcennutzung und ihre Folgen

Die Nutzung natürlicher Ressourcen ist mit Emissionen und anderen Umweltauswirkungen verbunden – über den gesamten Lebenszyklus von Produkten. Darüber hinaus können knappe Ressourcen und volatile Rohstoffpreise zu schweren wirtschaftlichen und sozialen Störungen führen. Der Ressourcenverbrauch hat daher einige nicht unerhebliche Folgen.

Nutzung der natürlichen Ressourcen

Natürliche Ressourcen sind die materielle, energetische und räumliche Grundlage unseres Lebensstandards. Neben abiotischen und biotischen Rohstoffen nutzen wir Wasser, Boden, Luft, Biodiversität, Land und die fließenden Ressourcen wie Wind-, Sonnen- oder Gezeitenströmungen, wir nutzen als Energiequelle und Rohstoffe als Lebensraum und Erholung. Aber wir brauchen diese natürlichen Ressourcen auch als Emissionsquelle, zur Aufnahme unserer Abfälle und als wichtigen Produktionsfaktor für die Land- und Forstwirtschaft.

Der Ressourceneinsatz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ist immer mit Umweltbelastungen verbunden. Und die Nutzung natürlicher Ressourcen nimmt weltweit stetig zu.

Umweltauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Unser Ressourcenverbrauch verändert unsere Ökosysteme, oft dauerhaft. Die Gewinnung und Verarbeitung von nicht nachwachsenden Rohstoffen ist oft energieintensiv, verbunden mit erheblichen Eingriffen in den Natur- und Wasserhaushalt und führt zu Schadstoffemissionen in Wasser, Boden und Luft. Die Herstellung und Produktion nachwachsender Rohstoffe ist oft mit hohem Energie-, Material- und Chemikalieneinsatz verbunden, manchmal wasserintensiv und mit einer Vielzahl von Schadstoffemissionen. Um neue Produktionsflächen zu gewinnen, werden Flächen umgenutzt und einige ganze Ökosysteme zerstört.

Grundsätzlich hat jede Gewinnung und Verarbeitung eines Rohstoffs Auswirkungen auf die Umwelt: Bodendegradation, Wasserknappheit, Verlust der Biodiversität, Beeinträchtigung der Ökosystemfunktionen oder Intensivierung des Klimawandels können die Folge sein. Aber auch die Verwendung von Produkten aus Rohstoffen ist in der Regel mit der Freisetzung von Treibhausgasen, der Emission von Schadstoffen oder der Zerstörung von Ökosystemen und der Biodiversität verbunden. Produkte benötigen Energie, Wasser oder Raum für Transport, Verteilung und Nutzung. Bei unsachgemäßer Verwendung können Schadstoffe entweichen und in Wasser, Boden oder Luft gelangen. Die Infrastruktur für unsere Unterkünfte und vielfältigen Aktivitäten ist oft materialintensiv, führt zu Bodenversiegelung, starker Beeinträchtigung des natürlichen Gleichgewichts und beeinflusst die Landschaft. Auch am Ende der Wertschöpfungskette lassen sich Umweltschäden kaum vermeiden. So wird beispielsweise Energie für das Recycling benötigt, Treibhausgase und andere Schadstoffe werden beim Recycling von Abfällen freigesetzt oder Flächen werden dauerhaft für die Deponierung genutzt.

Hier übersteigt bereits die Nutzung natürlicher Ressourcen die Regenerationsfähigkeit der Erde. Weil natürliche Ressourcen begrenzt sind und oft nicht in hoher Qualität zur Verfügung stehen. Das globale Bevölkerungswachstum und der damit einhergehende zunehmende Druck auf die natürlichen Ressourcen nehmen stetig zu und können zu einem zunehmenden Wettbewerb um die Nutzung führen.
Die soziale Seite der Ressourcennutzung
Ressourcennutzung hat auch soziale Auswirkungen
Neben den Auswirkungen auf die Umwelt hat die Nutzung natürlicher Ressourcen auch viele soziale Auswirkungen. Es ist zum Beispiel mit Fragen der Verteilung von Rohstoffen, dem sicheren Zugang zu Frischwasser oder der Ernährungssicherheit von Menschen weltweit verbunden.

Derzeit wird geschätzt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Rohstoffen in den entwickelten Ländern viermal so hoch ist wie in den weniger entwickelten Ländern. Während ein Großteil des Mehrwerts der Ressourcennutzung in den entwickelten Ländern liegt, sind die weniger entwickelten Länder oft überproportional von den ökologischen und sozialen Auswirkungen der Ressourcengewinnung betroffen.

Von der Gewinnung von Rohstoffen …

Beispielsweise berichten Menschen aus betroffenen Regionen über schwere Menschenrechtsverletzungen oder dauerhafte Umweltschäden. Mit der Rohstoffgewinnung verbunden ist häufig die Verschmutzung des Trinkwassers und der Atemluft, was zu Gesundheitsschäden führt. Hinzu kommen Landtransfers, Zwangsumsiedlungen und eine zunehmende Verarmung der lokalen Bevölkerung. Nachhaltige Entwicklungsimpulse für die unmittelbar vom Bergbau, der Rohstoffgewinnung und der Verarbeitung betroffenen Gebiete sind bisher selten. Darüber hinaus werden in einigen Ländern die Gewinne aus dem Abbau und der Verarbeitung von Rohstoffen zur Finanzierung bewaffneter Konflikte verwendet. Nach Angaben der Vereinten Nationen spielen die natürlichen Ressourcen bei 40 Prozent aller innerstaatlichen Konflikte eine Schlüsselrolle.

Aufgrund des zunehmenden Imports von Rohstoffen und Waren, die daraus für unsere Bedürfnisse hergestellt werden, tragen wir zumindest eine Mitverantwortung für die ökologischen und sozialen Folgen im Ausland aus Sicht des Lebenszyklus. Auch bei der Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen sind negative Folgen unseres Ressourcenbedarfs nicht immer auszuschließen. Für unsere Bedürfnisse werden große Teile des fruchtbaren Bodens für die Erzeugung von Futter- oder Energiepflanzen genutzt. Düngemittel und Pestizide werden manchmal unkontrolliert und ohne Schutzmaßnahmen angewendet, mit entsprechenden negativen Folgen für die Gesundheit der Menschen vor Ort. Landtransfers, Zwangsumsiedlungen und Landraub können die Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung beeinträchtigen. Eine nicht nachhaltige Produktion führt häufig zu Bodendegradation und Wasserknappheit und zerstört das dringend benötigte fruchtbare Land.

… bis zur Entsorgung

Am Ende des Lebenszyklus der von uns verwendeten Waren können auch soziale Konsequenzen auftreten. Die unsachgemäße und illegale Entsorgung exportierter Abfälle kann zur Freisetzung toxischer Substanzen führen und in einigen Fällen zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen. Darüber hinaus wird diese Arbeit häufig von Kindern und Jugendlichen ausgeführt.

Ansätze für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit

Um die negativen Folgen der Ressourcennutzung auf ein ökologisch und sozial verträgliches Maß zu reduzieren, werden verschiedene Strategien für einen schonenderen und effizienteren Einsatz von Ressourcen in Produktion und Verbrauch verfolgt. Auch die Abfallwirtschaft und gesetzliche Regelungen zur Produktverantwortung leisten einen wichtigen Beitrag. Das Umweltbundesamt beteiligt sich daher am Wissens- und Technologietransfer zur schonenden und effizienten Nutzung von Ressourcen.

Nachhaltiger und effizienter Umgang mit Ressourcen kann jedoch oft nur dann garantiert werden, wenn Nachhaltigkeitsstandards definiert und verbindlich gemacht werden. Zertifizierungsmaßnahmen sind hier ein wichtiges Instrument. Um die Transparenz bei der Rohstoffgewinnung zu erhöhen, sind sie eine zunehmend bemerkenswerte Maßnahme. Die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) ist ein gutes Beispiel dafür. Das Umweltbundesamt beschäftigt sich daher intensiv mit der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsstandards und akzeptablen Zertifizierungssystemen für die Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung abiotischer und biotischer Rohstoffe sowie der Landnutzung.

Quellen: 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.