Nachhaltigen Tourismus

Neben Reiseveranstaltern, Reisebüros und Beherbergungsbetrieben umfasst der Tourismus auch Transport-, Gastronomie-, Gesundheits-, Sport-, Freizeit-, Kultur- und Freizeitdienstleistungen. Touristische Aktivitäten verursachen auf verschiedene Weise Umweltschäden: beispielsweise den Energieverbrauch und die Emission von Luftschadstoffen.

Bedeutung des Tourismus

Der Tourismus ist sowohl für Reisende in Deutschland als auch für die Wirtschaft sehr wichtig. Rund 70 Millionen längere Reisen (ab fünf Tagen) werden jährlich von Einwohnern in Deutschland unternommen. Die deutsche Tourismusbranche trug 2016 mit 214,1 Mrd. € (9,7 Prozent) wesentlich zur gesamten Bruttowertschöpfung bei. Im Tourismus waren im Jahr 2016 insgesamt 4,9 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt, was einem Anteil von 12,0 Prozent aller Beschäftigten entspricht (vgl. Tourismusbericht der Bundesregierung, 2017).
Der Tourismus ist auch weltweit ein bedeutender Wirtschaftszweig, der für jeden elften Menschen einen Arbeitsplatz bietet.

Tourismusaktivitäten haben Folgen für die Umwelt

Der Tourismus betrifft fast alle Bereiche der Umwelt. Eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Untersuchung führte im Jahr 2002 zu einer qualitativen Bewertung der Umweltauswirkungen. Während der An- und Abreise treten der Verbrauch von Primärenergie, die Emission schädlicher Emissionen, die Verschlechterung der Atmosphäre sowie Lärmemissionen auf. Unterkunft hat Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere im Bereich der Bodennutzung, und Freizeitaktivitäten wirken sich besonders stark auf die Biodiversität aus.

Diese allgemeinen Aussagen gelten auch heute noch. Quantitative Erhebungen zu den Umweltauswirkungen des Tourismussektors liegen derzeit für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nicht vor.

Bestimmen Sie die Umweltverschmutzung und reduzieren Sie die Umweltauswirkungen

Ziel des Umweltbundesamtes ist es, die Umweltauswirkungen des Tourismus zu spezifizieren und Maßnahmen und Instrumente zur Reduktion zu empfehlen. Darüber hinaus sind Änderungen der Umweltauswirkungen anhand geeigneter Indikatoren zu bewerten. Dies ist insbesondere deshalb notwendig, weil die Tourismusbranche ein wachsendes Gebiet ist. In der amtlichen Statistik wurden 2006 insgesamt 351,2 Millionen Übernachtungen verzeichnet, bis 2016 waren es 447,2 Millionen (siehe Tourismusbericht der Bundesregierung, 2017). Im Rahmen interdisziplinärer Forschungsprojekte befasst sich das Umweltbundesamt mit den Auswirkungen des Tourismus und den Reduktionsmöglichkeiten.

Klimafolgen des Tourismus

Die durch den Tourismusverkehr verursachte Kohlendioxidemission (CO2) trägt wesentlich zum Klimawandel bei. Vor allem Reisen mit dem Auto, Bus, Schiff oder Flugzeug sollten erwähnt werden. Das Reisen mit dem Flugzeug spielt eine besonders ernste Rolle. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie neben dem CO2 in der üblichen Reiseflughöhe auch weitere Emissionen und atmosphärische Prozesse verursachen, deren klimatische Auswirkungen deutlich höher sind als die von CO2 allein. Beispiele sind Emissionen von Stickoxiden oder Wolkenbildung durch die Luftfahrt. Kondensstreifen, die bereits einen klimatischen Effekt haben, können sie verstärken, wenn sie sich in Zirruswolken verwandeln. Nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind die Auswirkungen dieser „Nicht-CO2-Effekte“ doppelt so hoch wie das CO2 allein.

Luftverschmutzung und Beeinträchtigung der Atmosphäre

Luftverschmutzung wird durch den Tourismus aus verschiedenen Quellen erzeugt, z. Verkehr zu Lande, zu Wasser, zu Luft und zu Heizzwecken, insbesondere bei kleinen Feuerungsanlagen sowie im Freien beim Grillen und Lagerfeuer. Einige Freizeitaktivitäten können auch Luftverschmutzung verursachen, z. bei sogenannten Holi-Festen, bei denen Farbpulver in die Luft geworfen wird, der Fall; Zum Teil tritt eine sehr hohe Feinstaubbelastung auf. Dies gilt auch für Feuerwerkskörper, die im Rahmen touristischer Veranstaltungen durchgeführt werden. Durch die Beeinträchtigung der Luftzirkulation kann es auch zu einer Ansammlung der ausgestoßenen Luftschadstoffe in Bodennähe kommen.

Wasserknappheit und Wasserverschmutzung

Ob am Wasser, Fluss, See oder Segelreisen auf dem Meer – Wasser hat einen besonderen Reiz für Reisende. Immerhin haben 46 Prozent aller deutschen Reisenden 2015 während ihres Urlaubs Sonne, Strand und Meer besucht. In Regionen, in denen das Wasser knapp ist, wird der Wasserverbrauch zum Problem. In vielen Fällen muss das Wasser von Tankern oder Tankern aufwendig aufbereitet oder teuer aufbereitet oder aus Meerwasser gewonnen werden. Bei Wasserknappheit gibt es einen Wettbewerb zwischen Tourismus, Trinkwasserbedarf der lokalen Bevölkerung und Landwirtschaft. Der Tourismus kann für übermäßige Wasserentnahme und Wasserverschmutzung verantwortlich sein (z. B. vermehrtes Abwasser). Im Winter werden jedoch andere problematische Wasserverwendungen hinzugefügt, z. Beschneiung von Skipisten mit Additiven.

Flächenverbrauch und Bodenversiegelung

Für Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und andere touristische Infrastrukturen werden neue Gebäude gebaut, die Böden versiegeln. Darüber hinaus werden Parkplätze eingerichtet und Außenanlagen entworfen, die ebenfalls Platz beanspruchen und zur weiteren Abdichtung oder Verdichtung der Böden führen. Darüber hinaus wird die Bodenstruktur verändert oder es werden Fremdmaterialien aufgebracht. All dies führt zum Verlust von natürlichen Bodenfunktionen, die den Wasserhaushalt oder das Mikroklima beeinflussen, so dass u. Die Gefahr von Überschwemmungen und Überhitzungen im Sommer steigt.

Landschaft verändert sich

Touristische Infrastrukturen haben direkten Einfluss auf die Landschaft oder das Stadtbild. Dies macht sich besonders bemerkbar, wenn sich die Architektur nicht an den örtlichen Gegebenheiten und Bautraditionen orientiert. Darüber hinaus sucht ein touristischer Investor die Nähe zu Land und Natur, um den Gästen eine schöne Aussicht zu gewährleisten und kurze Wege zu attraktiven Orten, sei es Strände, Sehenswürdigkeiten oder Aussichtspunkte, zu gewährleisten. In Berggebieten werden Bergbahnen gebaut, um die Attraktivität des Touristen zu erhöhen, Parkflächen werden gepflastert und Bänke, Mülleimer und Wegweiser werden entlang Rad- und Wanderwegen installiert.

Verlust der biologischen Vielfalt

Die Biodiversität wird durch Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Landveränderungen, Eingriffe an Küsten und Küsten, Badeanstalten, Freizeiteinrichtungen (z. B. Jachthäfen) und Unterkünfte beeinflusst. Darüber hinaus sind unterschiedliche Biotopformen erforderlich, um eine vielfältige Biodiversität zu erhalten. Es liegen derzeit keine quantifizierten Ergebnisse zum Verlust der Biodiversität durch den Tourismus vor, und dies lässt sich möglicherweise nicht genau ableiten. Unabhängig davon enthält die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt umfassende Maßnahmen, die im Tourismussektor zum Schutz und zur Erhaltung der Biodiversität zu ergreifen sind.

Zunehmende Gesundheitsrisiken

Die beschriebenen Umweltauswirkungen haben in der Regel immer einen mittelbaren oder unmittelbaren, langfristigen oder kurzfristigen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Es ist nicht bekannt, welcher Anteil der Gesundheitsrisiken auf den Tourismus zurückzuführen ist. Ebenso schwer lässt sich vorhersagen, ob eine solche Differenzierung möglich ist. Besonders gravierend sind Gesundheitsrisiken durch Luftverschmutzung und Lärmemissionen. Weitere potenzielle Gesundheitsrisiken ergeben sich aus der interkontinentalen Ausbreitung von Schädlingen (z. B. Bettwanzen) und Vektoren (Tieren, die Krankheitserreger wie Mücken übertragen können). Darüber hinaus kann häufiger Sonnenbrand zur Entwicklung von Hautkrebs beitragen. Einzelne Aktivitäten im Zusammenhang mit touristischen Aktivitäten können sich ebenfalls negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken. Dazu gehören wechselnder Druck (Flugzeuge, Tauchen), Anpassung an andere Klimazonen, Zeitverzögerungen, Gesundheitsgefahren durch Klimatisierung oder die Kompatibilität regionaler Lebensmittel. Spezielle, insbesondere lokal auftretende Infektionskrankheiten können auch aufgrund schlechter Badegewässerqualität und mangelnder Hygiene auftreten.

Tourismus und Klimawandel

Der Tourismus ist eine der Ursachen des Klimawandels. Gleichzeitig ist er auch von den Folgen des Klimawandels betroffen. Die Untersuchung der Anfälligkeit Deutschlands für den Klimawandel im Auftrag des Umweltbundesamtes bestimmt auch den Anpassungs- und Anpassungsbedarf für die Tourismusbranche. Für die Analyse wurde eine Wirkungskette entwickelt, die für das Aktionsfeld Tourismuswirtschaft sowie Indikatoren zur Bewertung der Veränderungen zur Verfügung steht.

Empfehlungen für Reisende

Auf der Website des Reiseanbieters „Traveljunkies“  sind die wichtigsten Tipps für einen umweltfreundlichen Urlaub für Reisende zusammengefasst.

Die Möglichkeiten, die Treibhausgasemissionen einer Reise zu kompensieren, sind vielfältig. Eine Zusammenstellung von Informationen finden Sie auf der Seite des Verbraucherberaters „Kompensation von Treibhausgasemissionen„. Um die Vielzahl der Kompensationsoptionen im Auge zu behalten, gibt es den „Gold Standard“. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des UBA Siegelkunde.

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